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Mittwoch, 27. Oktober 2021

Pfandgeben - Leere Pfandflaschen spenden und Gutes tun

Pfandgeben - Leere Pfandflaschen spenden und Gutes tun
Mittwoch, 13.04.2016 Jonas Kakoschke hat mit seinem Internetprojekt Pfandgeben.de den erfolgreichen Versuch gestartet, bedürftigen Flaschensammlern die Suche nach leeren Pfandflaschen zu erleichtern.

Was für die einen Müll, ist für die anderen bares Geld. Nirgends lässt sich dies besser beobachten als in Städten, in denen Papierkörbe, Parks und Häusergassen von Frauen und Männern nach leeren Pfandflaschen durchsucht werden. Denn Pfandflaschen, die achtlos oder aus Faulheit einfach in den Müll geworfen werden, bringen bares Geld, das vielen Menschen in Deutschland fehlt.

Nicht nur in Papierkörben, Rinnsteinen oder auf der Parkwiese lassen sich leere Pfandflaschen entdecken. Auch in vielen Büros, WGs oder Privatkellern dümpeln leere Flaschen nutzlos vor sich hin, weil keiner Lust hat, diese zu entsorgen - und schon gar nicht wegen der paar Cent, die dabei rausspringen würden.

"Von analog zu digital zu analog"

Auch für Jonas Kakoschke waren leere Bierflaschen, die sich in seiner Berliner Studenten-WG stapelten, ein Dorn im Auge und Anlass, darüber nachzudenken, wie sich diese am besten entsorgen ließen. Als schließlich an der Uni ein Projekt mit dem Titel "Von analog zu digital" startete, vervollständigte der damalige Student für Kommunikationsdesign den Titel kurzerhand zu "Von analog zu digital zu analog". Damit einher ging die geniale Idee, leere Flaschen aus der Studentenbude über das Internet an die weiterzugeben, die das Pfandgeld bitter nötig haben. So entstand 2011 das soziale Internetprojekt Pfandgeben.de, das Flaschenbesitzer und -sammler direkt zusammenführt.

Per Handynummer anmelden
Pfandgeben.de funktioniert ganz einfach. Flaschensammler, die auf dem Portal als PfandnehmerInnen bezeichnet werden, können sich ganz einfach und formlos per SMS anmelden, und zwar unter Angabe eines Spitznamens, der Stadt und gegebenenfalls des Stadtbezirks.

Pfandnehmer trifft Pfandgeber
Flaschenbesitzer beziehungsweise Pfandgeber, wie es auf der Internetseite so schön heißt, müssen sich nicht anmelden. Wenn Ihr zu Hause jede Menge Flaschen angesammelt habt, die dringend darauf warten entsorgt zu werden, dann klickt einfach auf der Startseite des Projekts im Suchfeld, das unterhalb der Frage "Du möchtest deinen Pfand abholen lassen?" auftaucht, auf Euren Wohnort und den Stadtteil. Abschließend erscheinen alle PfandnehmerInnen inklusive Handynummer, die in Eurer Nähe unterwegs sind und sich über leere Flaschen freuen würden.

Wählt einfach einen der PfandnehmerInnen aus und besprecht am Telefon die Menge der Flaschen, da es sich nicht lohnt, für sehr wenige Flaschen extra bei Euch zu klingeln. 20 Flaschen sollten sich mindestens bei Euch angesammelt haben. Anschließend macht Ihr einen Abholtermin aus, damit der Flaschensammler nicht vor verschlossener Tür stehen muss.

Tausende Fans auf Facebook
Pfandgeben.de startete mit nur drei Berliner Stadtteilen und 15 Sammlern. Mittlerweile sind viele große und zahlreiche kleinere Städte mit diversen Stadtbezirken hinzugekommen, darunter Aachen, Bielefeld, Darmstadt, Dresden, Essen, Hannover, Heidelberg, Köln, Leipzig, Paderborn, Essen und Passau. Auf Facebook findet das Projekt sehr viel Zuspruch. Rund 11.500 "Gefällt mir"-Daumen hat Pfandgeben bereits gesammelt.



Pfandspenden in Supermärkten
Auch einige Supermärkte haben seit längerem neben ihren Pfandautomaten Boxen aufgehängt, über die Ihr Leergut spenden könnt. Das Flaschengeld geht dann beispielsweise an die Tafeln wie bei Discounter Netto oder Lidl oder an die DLRG wie bei einigen Edeka Supermärkten.

Während Discounter und Supermärkte mit derartigen Kampagnen versuchen, ihr Image aufzubessern, finden auf dem Portal Pfandgeben.de Menschen direkt zusammen. Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen kennt die Seite allerdings nicht. Verständlich, denn schließlich reicht es, wenn Sammler sich damit einverstanden erklären, dass ihre Handynummer online angezeigt wird, die selbstverständlich jederzeit auch wieder gelöscht werden kann.  

Handy-Spenden für Bedürftige
Ein Problem stellt sich aber noch, denn nicht jeder besitzt ein Handy. Deshalb werden auf Pfandgeben.de auch alte Handys mit Sim-Karten gesammelt.

Wenn Ihr das Projekt selbst unterstützen möchtet, könnt Ihr einfach Pfandsammler auf der Straße ansprechen und davon erzählen. Außerdem kann entsprechendes Promo-Material direkt auf Pfandgeben.de gegen Versandkosten angefordert werden.

Selbstverständlich freut sich die Plattform auch über Geldspenden, um Telefon-, Hosting- und Reisekosten bezahlen und weiterhin an dem Projekt arbeiten zu können. Kakoschke selbst verdient nichts an dem Unternehmen. Es reicht ihm vollkommen, anderen Menschen zu helfen und etwas Sinnvolles zu tun.  

Weitere Projekte von Kakoschke
Inzwischen war Kakoschke nicht faul und hat viele weitere Projekte am Start, darunter auch die Kampagne "Ich bin Fluchthelfer", die dazu aufruft, Flüchtlingen über die Grenze nach Deutschland zu helfen.

Die Seite des Anbieters ist zur Zeit nicht erreichbar

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