Gleich vorweg: ich ahnte, dass bei den technischen Daten keine Wunder zu erwarten sind. Zudem kannte ich schon ähnliche Produkte, wie den fast baugleichen Allfine PC703. Und leider wurde ich nicht positiv überrascht:
Das, was als Kinder-Notebook verkauft wird ist nicht als ein veralteter PDA. Der schwachbrüstige ARM Prozessor ist seit fast einer Dekade in Navis und Mobiltelefonen zu finden, ebenso wie das betagte Windows CE.
Es ist zwar LAN und WLAN vorhanden, aber der
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Gleich vorweg: ich ahnte, dass bei den technischen Daten keine Wunder zu erwarten sind. Zudem kannte ich schon ähnliche Produkte, wie den fast baugleichen Allfine PC703. Und leider wurde ich nicht positiv überrascht:
Das, was als Kinder-Notebook verkauft wird ist nicht als ein veralteter PDA. Der schwachbrüstige ARM Prozessor ist seit fast einer Dekade in Navis und Mobiltelefonen zu finden, ebenso wie das betagte Windows CE.
Es ist zwar LAN und WLAN vorhanden, aber der steinzeitliche Internetexplorer (ca. Stand Internetexplorer 6) kann aufgrund fehlender Plugins/Codex viele Seiten nicht richtig anzeigen. Der Rest kriecht aufgrund knapper Ressourcen in Zeitlupe auf den Bildschirm. Nun gut, damit können die Kinder im Internet auch wenigstens keine bösen Seiten aufrufen, da z.B. Flash nicht läuft. und somit auch kein YouTube. Jeder Klick zum Scrollen oder auf einen Link zieht eine nervige Bedenkzeit von zwei bis fünf Sekunden nach sich.
Die Hardware ist also von vor-vor-vorgestern und wir in ähnlichen Modellen z.B. in eBay von vielen enttäuschten Käufern zwischen 60-100 Euro verramscht ("nur einmal hochgefahren..."). Weder RAM noch Festplatte bzw. die knappe 2GB SSD lässt sich erweitern. Einzig per SD-Karte lässt sich Platz für Dateien schaffen.
Viele USB Geräte funktionieren nicht richtig - aufgrund fehlender Treiber für das alte Windows CE. Mein externen CD-Brenner wurde nicht erkannt.
Die Software. Hm, das Windows CE wurde etwas aufgehübscht und von XP inspiriert dekoriert.
Zu finden ist der schon beschriebene Internetexplorer. Dann "Kindersicherung", ein Windows CE Fernverwaltungshilfsprogramm, das ich aber nicht wirklich toll finde. Mann kann im Internet URLs (Webadressen) blocken und die Arbeitszeit begrenzen. Im Netzwerk konnte ich den CE Rechner aber nicht administrieren. Mediaplayer erkennt einige wichtige Datenformate, ist aber bei 266 HMz und 128 RAM nur zur Darstellung briefmarkengroßer Videos fähig (die auch noch ruckeln).
Messenger funktioniert so halbwegs, wenn auch stark zeitverzögert. Das Tippen auf der Tastatur kommt beim Chat auch kaum nach.
Eigene Spiele. Dahinter finden sich einige altbekannte Klassiker, die auf dem Commodore C64 besser aussehen und laufen. Auf dem winzigen 7 Zoll Display machen Spiele bei der Auflösung von 800x480 Pixeln keinen Spaß! Und der krächzende Plastikton der "Lautsprecher" tut sein übriges...
Icon Schularbeiten beinhaltet Programme zur Präsentation, Tabellenkalkulation und eine Art Word. Auf der kleinen Plastiktastatur lassen sich aber keine langen Texte tippen. Zudem ist der Prozessor so langsam, das bei schnellem Tippen Buchstaben verschluckt werden. Das Excel ähnliche Tabellenkalkulationsprogramm taugt nur zur Darstellung einfachter Tabellen mit einfachen Bezügen und Funktionen. Und eine Präsentation auf dem Winzbildschirm? Es ist nicht einmal ein externen VGA Anschluss für z.B. einen Beamer vorhanden.
Eigene Musik beinhaltet abgespeicherte Audiofiles. Wenn keine SD-Karte Karte im Gerät steckte, dann füllt eine MP3 Datei den Rechner schon voll aus. Und auch hier gilt: das System ist zu langsam - sogar für MP3.
Das gleiche gilt für eigene Bilder: wo sollen die herkommen? Das Lexibook hat keine Webcam, und der USB Anschluss und die Treiber des Windows CE erlauben nicht unbedingt den Anschluss einer solchen. Und ob jede Digitalkamera erkannt wird ...? Und ohne SD-Karte Karte fehlt Speicherplatz.
Wikipedia verlinkt eben zu Wikipedia, das auf dem kleinen Display und wegen der langsamen CPU auf dem kleinen Bildschirm keine Freude macht.
Übersetzer ist ein einfaches Tool, das aus einer lokalen Datenbank einfache Übersetzungen von Wörtern anbietet. Mehr nicht! Der Charme eines Sharewaretools von 1990 ...
PDF Reader zeigt grundlegend PDF Dateien an. Aber nur kleine Dateien. Aktuellere Dateien mit Grafiken lassen das Windows CE hängen...
Es gibt auch noch das E-Mail Programm (Posteingang). Es funktionieren wohl nur POP3 Konten. Hotmail funktioniert gar nicht so recht. Und auch hier gilt: Display zu klein, Prozessor zu langsam, RAM zu knapp ...
Warum für so ein Museumsteil ohne echten Nutzwert Preise bis 250 Euro verlangt werden (Stand Oktober 2010) kann ich nicht nachvollziehen. Ein 5 Jahre altes Mobiltelefon bietet mehr Leistung und Komfort im Internet. Ein gebrauchter EeePC ist hat ein Vielfaches mehr an Leistung und läuft mit einem "echten" Betriebssystem, für das es noch immer aktuelle Software und Treiber gibt.
Unumstößlich steht fest: das Lexibook ist schlicht von links und rechts derartig technisch überholt worden – und zwar nicht erst gestern – dass es kaum Gründe gibt, es irgend jemanden zum Kauf zu raten! Es hat keinerlei Features die es für Kinder interessant machen. Nach spätestens einer halben Stunde wird der Frust einsetzen (vor allem dann, wenn man es mit Papas PC oder der des Schulfreundes vergleicht).
Mein aus Jux für 60 Euro in eBay gebraucht gekauftes Lexibook steht in meiner Sammlung an PC-Kuriositäten.
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