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Donnerstag, 20. Juni 2013

Mundraub - Freies Obst und Gemüse deutschlandweit ernten

Mundraub -  Freies Obst und Gemüse deutschlandweit ernten
Freitag, 10.08.2012 Auch wenn die Kirschen aus Nachbars Garten noch so süß schmecken, sollte man tunlichst die Finger davon lassen, denn ein Streit ist schnell vom Zaun gebrochen. Findet Ihr dagegen herrenlose Obstbäume an der Straße, sieht die Sache ganz anders aus.

Was bis 1975 noch verboten war, ist heute für fünf Berliner zur Leidenschaft geworden. Die Rede ist von Mundraub, ein inzwischen abgeschaffter deutscher Straftatbestand, zu dem auch das Pflücken von wildem Obst zählte. Auf einer Paddeltour glaubten sich die Fünf plötzlich im Paradies: Obstbäume ließen ihre schwer mit Früchten gefüllten Äste in den Fluss hängen und lockten zum festlichen Mahl. Das lässt an "Frau Holle" denken, an den prall gefüllten Apfelbaum der wehklagt: "Ach, schüttle mich, schüttle mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif!"

Die Entdeckung brachte die Ausflügler auf die Idee, auch andere auf den Reichtum der Natur aufmerksam zu machen, und zwar im großen Stil. Sie gründeten die Internet-Plattform Mundraub.org, auf der jeder den Standort von herrenlosen Obstbäumen und Sträuchern eintragen und ablesen kann. Mittlerweile sind mehr als tausend Einträge auf Mundraub.org zu finden.

Ob Brombeerhecke, Holunderbusch, Kirsch- oder Aprikosenbaum, verschiedene Nusssorten oder Gemüse, wer nach "Biofutter" Ausschau hält, der kann sich den Gang zum Supermarkt so gut wie sparen. Alle Obst-Adressen in Deutschland und den angrenzenden Ländern wie Dändemark, Holland oder Belgien können in einer virtuellen Karte abgelesen werden. Falls Ihr selber Obst oder Gemüse eintragen wollt, müsst Ihr Euch auf dem Portal kostenlos und unverbindlich registrieren. Jeder Eintrag wird vor Freischaltung geprüft, um sicher zu stellen, dass aus harmlosen Mundräubern keine Obstdiebe werden.



Außerdem sollte jeder mit einer entsprechenden Portion Naturverstand an die Sache herangehen und beispielsweise keine empfindlichen Triebe abknicken. Und vergesst beim Einsammeln und Pflücken nicht die vielen Tiere, die auch satt werden wollen! Also, nicht plündern, sondern nur für den Eigenverzehr pflücken, sonst bekommt Ihr noch Bauchschmerzen ;-)

Übrigens: Für die Initiative erntete Mundraub.org bereits 2009 einen Preis vom Rat für nachhaltige Entwicklung.

Nach dem Relaunch der Webseite ist noch ein sogenanntes Mundräuberhandbuch zum Angebot hinzugekommen, das Euch mit allen wichtigen Infos rund um die rechtlichen Grundlagen zum kostenlosen Pflücken von Obst versorgt und das Ihr Euch kostenlos als PDF "pflücken" könnt ;)

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