Geizkragen.de - Das Magazin
Sonntag, 26. Mai 2013
Fallen und versteckte Kosten beim Online-Shopping im Ausland - Plagiate, Zoll und Steuer 
Hohe Versandkosten, Einfuhrumsatzsteuer und Zollgebühren treiben die Preise hoch
Aber aufgepasst! Die Schnäppchenjagd im Ausland kann uns teuer zu stehen kommen. Neben sehr hohen Versandkosten drohen Einfuhrumsatzsteuer und Zollgebühren und ehe man sichs versieht, wird das vermeintliche Schnäppchen zum wahren Luxusartikel. Denn die Einfuhrumsatzsteuer betrifft alle Waren, nicht nur zollpflichtige. Außerdem werden Zoll und Steuer nicht nur auf den reinen Warenwert erhoben, sondern auch auf die Versandkosten - bei internationalen Sendungen ein nicht unerheblicher Posten.
Plagiate sind nicht willkommen
Ob UGG Boots oder Hoodies von Abercrombie & Fitch, teure Parfüms oder auch elektronische Artikel wie Tablet PC und Smartphone - wer lange genug im Internet nach Markenartikeln sucht, wird fündig. Stiefel, die aussehen wie der Markenschuh, den man sich hierzulande nicht leisten kann, fesche Hoodies und exklusive Parfüms finden sich in diversen Online Shops. Oftmals ist das Internetangebot sogar in deutsch und auch ein Impressum fehlt nicht. Alles sieht einladend aus - vor allem der Preis. Warum sollten wir also nicht zuschlagen, wenn der lang ersehnte Artikel zum absoluten Schnäppchenpreis nur so darauf wartet, in den Warenkorb gelegt zu werden?
Was Ihr als Käufer beachten solltet
Wenn Ihr bestellt, bekommt Ihr mit ein wenig Glück in einigen Tagen Euer Paket – sagen wir mal aus China. Dass es sich bei dem importierten Produkt eventuell um ein Plagiat handelt, seht Ihr vielleicht erst viel später oder auch gar nicht. Habt Ihr Pech, kommt erst gar kein Paket, sondern ein Brief vom Zoll oder Anwalt.
Verbraucherleitfaden - Produkt- und Markenpiraterie
Um Euch vor solchen Fallen zu schützen, wird der Blick ins Impressum der Internetseite zur Pflicht, auch wenn Euch das nicht mit absoluter Sicherheit vor dem Kauf eines Plagiats schützt. Sollte ein Impressum fehlen, sollte Ihr tunlichst die Finger von dem Schnäppchen lassen. Auch positive Forenbeiträge zum Online-Shop bieten Euch in diesem Fall keine Garantie, dass der Online-Shop zuverlässig ist und original Markenware anbietet. Weitere Details findet Ihr auf der Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Hier steht ein Verbraucherleitfaden rund um das Thema Produkt- und Markenpiraterie zum kostenlosen Download als PDF bereit.
Nicht zu unterschätzen: die Einfuhrumsatzsteuer
Sollte Euer Paket beim Zoll hängen bleiben und handelt es sich bei der importierten Ware nicht um ein Plagiat, müsst Ihr bei einer Lieferung ab einem Gesamtwert von 22 Euro (inklusive der Versandkosten!!) von außerhalb der Europäischen Union mit einer Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent des Kaufpreises rechnen. Falls der Wert der Lieferung 150 Euro und mehr beträgt, werden zusätzlich sogar noch Zollabgaben fällig. Dabei ist die Höhe der Abgaben jeweils vom Produkt abhängig.
Sparen bei geringem Warenwert
Wenn Ihr Euch beispielsweise einen original Hoodie von Abercrombie & Fitch für umgerechnet 35 Euro direkt aus den USA kommen lasst, müsst Ihr mit einer Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent rechnen. Das bedeutet, dass Ihr im Endeffekt rund 42 Euro für Euren neuen Hoodie auf den Tisch legen müsst. Meist lassen sich auf diesem Weg aber immer noch bis zu 20 Prozent im Vergleich zum üblichen Ladenpreis sparen, auch wenn die Versandkosten noch nicht mit eingerechnet wurden.
Deutsche Händler sicherer und oft günstiger
Teurere Artikel wie etwa eine Digitalkamera können dagegen richtig ins Geld gehen. Denn bei 12,5 Prozent Zollgebühr und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer schnellt der Preis deutlich in die Höhe, sodass der Weg über den Preisvergleich zu einem günstigen deutschen Händler oftmals die günstigere Alternative ist, wenn die Preise nur wenig differieren.
Schwachpunkt Garantie, Widerrufsrecht und Umtausch
Unabhängig von den zusätzlichen Kosten solltet Ihr noch bedenken, dass es sich bei Auslandskäufen als problematisch erweisen kann, auf Garantierechte zu bestehen. Ähnliches gilt für den Umtausch und das Widerrufsrecht. Ihr solltet aber auf jeden Fall eine Rechnung verlangen, wenn Ihr im Ausland bestellt, um den Warenwert auch belegen zu können. Weitere Angaben zu Zollabgaben sowie nützliche Berechnungsbeispiele findet Ihr auf der Webseite des deutschen Zoll.
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