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Geizkragen.de - Das Magazin

Donnerstag, 23. Mai 2013

Lohnauktionen: Drei, Zwei, Eins - der Job ist mein

Montag, 29.08.2005 Dieses Angebot steht leider nicht mehr zur Verfügung.

Ihr streicht gern mal die ein oder andere Wand, wechselt Reifen, bringt den Garten auf Vordermann oder könnt sogar Fliesen verlegen? Wer dringend seine Arbeitskraft an den Mann bringen will, um sich Geld dazu zu verdienen, der kann sich seinen Job jetzt auch im Internet ersteigern. Auch hier gilt: Das niedrigste Lohn-Gebot gewinnt.

Je nachdem, was so zu Euren Talenten zählt, könnt Ihr nach den verschiedensten Jobs suchen. Alles ist möglich: Ob Babysitting, Hunde ausführen oder eine Homepage erstellen. Und wenn Ihr nichts Passendes findet, dann könnt Ihr Eure Dienste auch direkt anbieten und an den Höchstbietenden verkaufen.

Immer mehr Personaldienstleiter bieten Jobs und Arbeitskräfte per Auktion an. Das neue Internetportal JobDumping aus Münster vermittelt erst seit Anfang Oktober Arbeit aller Art durch Lohnauktionen und ist dabei schon jetzt recht erfolgreich. Die Lohnaktionen laufen ganz einfach nach dem Prinzip: Derjenige, der seine Arbeit am billigsten verkauft, der kriegt auch den Job. Auch ein Bewertungsystem steht zur Verfügung, in dem die erledigten Arbeiten von beiden Parteien nach altbekanntem Schulnotensystem bewertet werden.

Das Unternehmen geht davon aus, dass langfristg nur noch durch mehrere Nebenjobs ein gewisser Lebensstandard erhalten werden kann und versteht sich als notwendige Alternative zu den rar gesäten Jobangeboten auf dem Arbeitsmarkt und nicht als moderner "Sklavenhandel". Die Begrenzung der Mindestlohnhöhe auf drei Euro und der Mindesteinstell-Lohnhöhe auf fünf Euro sowie die Bedeutung der Qualifikation sollen einem solchen Vorurteil ebenfalls vorbeugen.

Zurzeit laufen täglich 40 bis 70 Auktionen - Tendenz steigend. Rund 600 Mitglieder sollen sich bereits angemeldet und mehr als 10 000 Interessenten die Homepage besucht haben. Knapp 6000 verschiedene Berufsbezeichnungen in rund 1200 Branchen sind abrufbar.

Zu den Kosten: Die einfache Benutzeranmledung, die Euch das Bieten ermöglicht, ist kostenlos. Für eine Bewerbung müsst Ihr 4,65 Euro auf den Tisch legen. Kommt es zu einem erfolgreichen Abschluss einer Auktion, so berechnet Euch JobDumping eine Provision, die sich am Startpreis orientiert und zwischen einem (bei einem Startwert ueber 1000 Euro) und 3,9 Prozent (Startwert bis 100 Euro) liegt.



Tarifvertraege sollen laut JobDumping streng eingehalten und Schwarzarbeit vermieden werden. Laut AGBs seid Ihr als Mitgleid dazu verpflichtet, die üblichen gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten.

Inzwischen gibt es einige dieser Online-Börsen, die über- wiegend Beschäftigungen anbieten, die nicht von Dauer sind sowie Nebentätigkeiten. JobBerlin ist ebenfalls erst seid wenigen Wochen online. Auch hier werden Vorwürfe wie "Moderner Sklavenhandel" laut. Trotzdem bleibt "Billig will ich" das Motto der Online-Börse und versucht, die Vorteile hervorzuheben, die das Unternehmen im sogenannten Dumping-Prinzip sieht. So sollen laut JobBerlin schon Tätigkeiten zu Stundensätzen von bis zu 25 Euro angeboten worden sein, die schließlich bei 15 Euro pro Stunde endeten, was zur Folge hatte, dass gleich mehrere Leute eingestellt wurden - geplant hatte der potentielle Arbeitgeber angeblich aber nur die Einstellung einer Kraft.

Die Anmeldung und das Abgeben von Geboten ist kostenlos. Auch für das Einstellen einzelner Artikel wird keine Gebühr erhoben. Hier geht's zu den Stellenangeboten in Berlin und Brandenburg.

Dasselbe Unternehmen, dasselbe Konzept - auf der Internetseite JobHamburg findet Ihr Jobs in und um Hamburg.

Job-Auktionen gibts auch auf der Internetseite suchbrett.de Hier können allerdings nur Job-Angebote eingestellt und eingesehen werden. Das Einstellen ist kostenlos. Zum virtuellen Suchbrett bitte hier entlang.

Ein weiterer kostenloser Dienstleistungsvermittler für Berlin erwartet Euch hier.

Ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis solltet Ihr jedoch weiterhin lieber über die Arbeitsagentur, Zeitungsinserate oder entsprechende Jobportale im Internet suchen.



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